Abgeschickt von Oliver Nolte am 01 Juni, 2004 um 11:44:05
Antwort auf: Autoimmunerkrankung von Andreas am 28 Mai, 2004 um 13:17:17:
Hallo,
ein Problem besteht zunächst in der unterschiedlichen Auslegung des Begriffs der Autovaccine/Autovakzine. Zum einen wird der Begriff verwendet für Präparationen aus Escherichia coli (E. coli) der Darmflora. Diese Präparationen werden z.B. bei Darmpilzerkrankungen bzw. bei Störungen in der Ökologie der Darmflora eingesetzt. Zum anderen wird der Begriff verwendet für therapeutische Impfstoffe, die aus einem Infektionserreger (meist Staphylococcus aureus) hergestellt werden und zum Beispiel bei Furunkulose, Osteomyelitis, Sekundärinfektionen des diabetischen Gangräns oder ähnlichem eingesetzt werden. Diese letzt genannte Form der Autovakzine geht zurück auf die ersten Veröffentlichungen von Wright (1903), der die Autovakzine als Behandlungsansatz für die Medizin vorschlug. Demnach handelt es sich bei solchen Autovakzinen um die sogenannten "klassischen Autovakzinen" oder homologen Autovakzinen, da der homologe Infektionserreger als Grundlage für den spezifischen, therapeutischen Impfstoff eingesetzt wird.
Im sogenannten "zeitlichen Zusammenhang" mit den Präparationen aus E. coli der Darmflora wurde in der Literatur einmalig über einen Fall von Multipler Sklerose (einer möglicherweise auf Autoimmunität zurückgehenden Erkrankung des Nervensystems) berichtet (vergl. Ausgabe 34(2) Seite 23 des Arznei-Telegramm (2003), siehe http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0302_b.php3). Hierbei handelt es sich allerdings zum einen um einen Einzelfall (soll heissen: es sind keine anderen Fälle veröffentlicht!), der im zeitlichen Zusammenhang (also mehr oder weniger zeitgleich)mit der Behandlung auftrat (es ist also zunächst nicht bewiesen, ob die schädigende Wirkung tatsächlich auf die Autovaccine zurück geht, oder ob es sich um ein zufälliges Ereignis handelt, welches zufällig zeitgleich eingetreten ist). Interessanterweise wird aber auch in dem Artikel im Arzneitelegramm die Unterscheidung zwischen den beiden Autovakzine-Typen eher stiefmütterlich gehandhabt.
Im Zusammenhang mit den klassichen, homologen Autovakzinen, die aus spezifischen Krankheitserregern hergestellt werden (und die Gegenstand dieser Website sind) wurde in einem Fall über einen Schockzustand berichtet (siehe http://www.crcpr-online.com/pub/case/vol_3/no_1/2093.pdf). Auch hier handelt es sich um einen Einzelfall. Weitere milde Nebenwirkungen sind im Text der Autovaccine Site zu finden. Autoimmunerkrankungen wurden allerdings bisher im Zusammenhang mit der Autovakzine nach klassicher Definition nie beobachtet.
Viele Grüße,
Oliver Nolte
: Hallo,
: ich wurde 1998 im Zusammenhang mit einer Darmpilzerkrankung und 2003 im Zusammenhang mit einer Lungenentzündung jeweils mit Autovaccinen behandelt.
: Bereits nach der Behandlung 1998 bemerkte ich erste Anzeichen für Nahrungsmittelallergien, die allerdings wieder verschwanden.
: Seit der Autovaccine-Behandlung 2003 leide ich unter vielzähligen Nahrungsmittelallergien. Zudem besteht der Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung, evtl. richtet sich diese gegen bestimmte Darmflorabakterien. Siehe auch:
: http://www.euro-atvocard.de/Abgrenzung%20Autovakzine.pdf
: Jedenfalls wurde bei eine sekundäre Nebenniereninsuffizienz, welche typisch ist für autoimmunelle Erkrankungen, festgestellt.
: Hat jemand ähnliche Erfahrungen, Anregungen, Tipps etc. pp.?
: Gruß
: Andreas