Abgeschickt von Oliver Nolte am 29 Dezember, 2009 um 08:34:25:
Antwort auf: Chronische Prostatitis von Hans Müller am 20 Dezember, 2009 um 17:26:19:
:Meine Frage:
: 1) Wie stellt man sicher, dass man die richtigen Bakterien findet
Bei einer Prostatitis lässt sich nur in etwa 10% der Fälle überhaupt ein bakterieller Erreger nachweisen. Handelt es sich um eine chronische Prostatitis, so sollte der Erregernachweis aus Prostataexprimat nachgewiesen werden (nicht aus Sperma!).
Zur optimalen Diagnostik wird dabei ein Verfahren nach MEARES & STAMEY angewendet: Probe 1 ist ein Erststrahlurin, Probe 2 der nachfolgende Mittelstrahlurin. Probe 3 ist Prostataexprimat, welches durch rektale Prostatamassage gewonnen wird. Probe 4 ist eine Urinprobe nach Massage. Die Erreger, die in den Proben 3 und 4 nachweisbar sind, sollten die für die chronische Prostatitis ursächlichen sein. Die Diagnostik sollte auch die Beurteilung der Leukozyten in den Proben umfassen. Der isolierte Erreger wäre dann dir Grundlage für die Herstellung einer Autovakzine.
: 2) An wen soll ich mich in meiner Stadt wenden, wie wäre der Ablauf?
Der gesamt Ablauf schließt den behandelnden Urologen ein. Ein Ablaufschema ist mittlerweile auf der Website von UniVaccin verfügbar (siehe unten stehenden link).
Beste Grüße,
Oliver Nolte
Referenz für die Diagnostik:
ADAM et al (Hrsg.): Die Infektiologie. Springer Verlag 2004
MEARES & STAMEY (1968): Bacteriologic localization patterns in bacterial prostatitis and urethritis. Invest. Urol. 5:492-518 (zitiert in ADAM)