Abgeschickt von Andreas am 16 September, 2004 um 09:52:48
Antwort auf: Noch eine Frage von Tanja am 13 September, 2004 um 23:49:11:
: Meine Frage: Ist nicht ein ziemlicher Unterschied zwischer einer Allergie und einer Autoimmunerkrankung?
Eigentlich nicht. Beides ist Fehlverhalten des Immunsystem dergestalt, dass es unsinnigerweise Dinge als Feind attakiert, die eigentlich normal. In dem einen Fall kämpft es unsinnigerweise zB gegen Weizen an, im anderen Fall unsinnigerweise gegen Teile des körpereigenen Gewebes. Nun ist im ersteren Fall eine Anpassung an die Störung durch Weizenverzicht sehr viel leichter möglich, aber letzten Endes handelt es sich doch in beiden Fällen gleichermaßen und unsinniges Verhalten, das auf Fehlinformationen basiert.
: Die allergischen Reaktionen, sind das nicht die typischen Reaktionen auf Darmpilzerkrankungen?
Ich glaube eher es ist umgekehrt. Unerkannte Grundallergien lösen Milieustörungen im Darm aus, die langfristig zur Fehlbesiedlung führen. Aus dieser erwachsen wieder aufsetzende Störungen u.a. in Gestalt mehr symptomatischer, denn ursächlicher Allergien. Bsp.: die Weizelallergie stört den Darm, der gestörte Darm kommt irgendwann auch nicht mehr mit Huhn klar, obwohl er im Normalzustand dagegen gar nicht rebellieren würde.
: Obwohl, so einfach ist das mit Allergien nun auch wieder nicht. Bei mir lösen Krankenhausaufenthalte immer allergischer Reaktionen aus, und wir wissen bis heute nicht, ob es die Putzmittel, die Desinfektionsmittel oder der Streß sind.
Das sind wohl eher symptomatische Folgestörungen der noch unerkannten Grundstörung.
: Andreas, alles Gute für dich!
Ich mache seit ein paar Wochen eine alternative Allergietherapie und mir geht es von Woche zu Woche besser. Ich kann inzwischen sogar wieder Getreideprodukte und Milchprodukte unbeschwert essen.
Ein schulmedizinischer Bluttest ergab keine Hinweise auf Autoimmunerkrankung, aber das Bild einer völlig überdrehten allergischen Situation. Die Heilerfolge des alternativen Verfahrens sind inzwischen durch einen schulmedizinischen Nachtest belegt. Die einschlägigen Parameter haben sich deutlich normalisiert.
Allerdings ist die Pilzzahl bei mir im Darm deutlich erhöht. Mein Arzt will aber erst das Ende des alternativen Heilverfahrens bezüglich der Allergien abwarten. Evtl. reguliert kann der Körper das Darmmilieu wieder selbst regulieren, wenn die Allergiegeschichte weg ist. Wenn nicht, mache ich anschließend eine Autovaccine-Therapie diesbezüglich. Einstweilen will mein Arzt aber nicht mit einer zweiten Therapie dawzischenfunken. Er sagt, die Pilzzahl in einer Stuhlprobe könne schon allein dadurch erhöht sein, weil der Körper die unerwünschten Keime jetzt verstärkt ausleitet. Ein Rückschluß auf den Besiedelungszustand auf der Darmwand ist problematisch.
: Gruß, Tanja
Dir auch einen lieben Gruß und gute Besserung. Falls Du Interesse an dem alternativen Heilverfahren hast, melde Dich per E-mail. Ich will hier nicht öffentlich Werbung machen.
Gruß
Andreas
: : Es ist durchaus möglich, dass eine "überschießende" Immunreaktion (im Sinne einer allergischen Reaktion) ausgelöst wird, diese sollte aber nach der ersten (!) Applikation einer Autovakzine zu erwarten sein. Im Fall der klassischen, homologen Autovakzine geht die Empfehlung an den applizierenden Arzt ohnehin dahin, vor der ersten Anwendung der Autovakzine eine intracutane Testinjektion vorzunehmen. Mit Hilfe dieser Sensitivitätstestung (Dauer etwa 1 Stunde) kann auf eine mögliche allergische Reaktion getestet werden. Reagiert ein Patient auf diese Testinjektion stark, geht die Empfehlung dahin, ihn gar nicht erst zu autovakzinieren. Unter 100 Patienten dürften meiner Erfahrung nach 1 bis 2 sein, die auf die Testinjektion stark oder sehr stark reagieren, so dass die Autovakzine-Behandlung gar nicht erst durchgeführt wird.
: : Oliver Nolte
: : : Gibt es Erkenntnisse über Fälle mit überschießender Immunleistung im Anschluss an eine Autovaccine-Behandlung, insbes. bei Allergikern?
: : : Gruß
: : : Andreas